All das Schöne

von Duncan Macmillan mit Jonny Donahoe

Wie reagiert man als siebenjähriges Kind auf einen Suizidversuch der Mutter? Man versucht sie aufzuheitern, sie davon zu überzeugen, dass es viele Dinge gibt, für die es sich lohnt zu leben. Am besten schreibt man eine Liste, die beginnt mit: 1. Eiscreme, 2. Wasserschlachten, und diese Liste wächst in den verschiedenen Lebensphasen weiter - zunächst um nicht den Mut zu verlieren, später aus dem überwältigenden Gefühl der ersten Liebe heraus. Das kindliche Projekt ist inzwischen ein ständiger Lebensantrieb geworden, der sogar bei der Zahl 10.000 keinen Halt macht.

Depression gehört zu unserem Alltag und hat viele Facetten - lustig ist sie nie. Umso erstaunlicher ist es, dass der Brite Duncan Macmillan es geschafft hat, ein umwerfend komisches, sensibles und mitreißendes Stück darüber zu schreiben. Die ständige Beschäftigung mit dem todernsten Thema führt genau zum Gegenteil - wir werden Zeugen eines leidenschaftlichen Plädoyers für das Leben und feiern all die schönen Dinge darin.

Sigurd Sundby Bildrechte Anja Dechant-Sundby, Anja Dechant-Sundby

Autor: Duncan Macmillan, Jonny Donahoe 
Übersetzerin: Corinna Brocher 
Rowohlt Theater Verlag, Hamburg